Im Test hat Google Home gezeigt, wie weit das Thema künstliche Intelligenz bereits fortgeschritten ist: Noch ganz am Anfang.

Doch Vorweg: Google Home agiert lediglich als Schnittstelle zwischen Mensch und dem Voice Service Google Assistant. Bei Google Assistant handelt es sich um einen auf Spracherkennungs- und Sprachausgabesystem arbeitenden digitalen Assistenten.

Google Assistant soll seine Dienste dabei nicht nur auf Smartphones, Wearables und dem Google Home verrichten. Mit dem Google Assistant SDK können auch andere Hersteller den Voice Service in ihre Geräte integrieren.

Was die Box mit verbauten Lautsprechern und Mikrofonen alles leistet und ob sich ein Kauf lohnt, zeigt der folgende Google Home Test.

Google Home Test

Seit dem 07.08.2017 kann ich einen Google Home mein eigen nennen. Daher denke ich, dass ich ausreichend Zeit hatte, um mir ein Urteil über den „intelligenten Lautsprecher“ bilden zu können.

Design

Der Google Home macht einen durchaus schicken Eindruck.

Das Design ist schlicht gehalten. Der Google Home wirkt unscheinbar, zugleich aber auch elegant. So passt sich das Gerät perfekt in die Wohnumgebung an. Auf den ersten Blick könnte man meinen, es handele sich um eine Blumenvase oder ein anderes Gefäß.

Damit sich der Google Home noch besser in die Umgebung anpasst, ist die mit Stoff überzogene Unterseite (Sockel) austauschbar.

An der Verarbeitung gibt’s ebenso nichts auszusetzen. Diese wirkt robust und im gesamten wirklich gut.

Einrichtung

Die Einrichtung ist wirklich einfach gehalten und in bereits wenigen Minuten erledigt. Zu erst einmal ist die Box mit dem mitgelieferten Netzkabel an einen Stromanschluss anzuschließen. Ist das erledigt, muss man, wenn nicht bereits getan, die Google Home-App herunterladen und installieren.

In der Google Home-App gilt es, dass eigene Google-Konto zu hinterlegen, eine Verbindung zum hauseigenen WLAN-Netzwerk herzustellen und sich durch den Einrichtungsprozess zu klicken.

Bedienung

Viele physische Bedienelemente hält der Google Home nicht bereit. Was jetzt auch nicht weiter verwunderlich ist, soll man mit der Box ja mittels Sprachbefehlen interagieren.

Auf der Hinterseite, da wo der Stromanschluss angebracht ist, befindet sich ein Stummschalter. Mittels des Stummschalters lassen sich die integrierten Mikrofone abschalten. Ideal wenn man nicht möchte, dass der Google zuhört. Ob die Mikrofone mithören oder nicht, zeigen die LED-Lämpchen an.

Ansonsten beschränkt sich die Steuerung lediglich auf die Regelung der Lautstärke und dem beenden von diversen Aktionen. Hierfür dient Touchoberfläche.

Spracherkennung

Die Spracherkennung funktioniert recht gut. Auch bei vorhandenen Umgebungsgeräuschen versteht Google Home noch das gesagt. Ebenso reagiert die Box prompt und beginnt unverzüglich mit der Bearbeitung des gesagten.

Probleme ergeben sich erst dann, wenn aus der Box Musik in voller Lautstärke dröhnt oder eine zu große Menschenmenge wild durcheinander redet. Dann hört bzw. versteht der Google Assistant einen nicht.

Die große Stärke von Google Home liegt im Bereich der Kontexterkennung. Fragt man die Box beispielsweise

  • „Ok Google, wie alt ist Harrison Ford?“,

erhält die Antwort und fragt anschließend

  • „Ok Google, und wie groß ist er?“.

Ist sich der Assistant bewusst, dass die zweite Frage in Beziehung zur ersten steht.

Klang

Was sofort auffällt. Der Klang ist wirklich basslastig. Gerade dann wenn man oft Partylieder, Techno oder House-Musik abspielt, sollte man mit den verbauten Lautsprechern auf seine Kosten kommen.

Jedoch und das ist wirklich schade, hören sich die Töne stumpf und schwach an – gerade was höhere Töne angeht. Das fällt gerade bei klassischer Musik und Songs, bei denen es auf den Gesang ankommt, negativ auf.

Zur Lautstärke ist nur folgendes zu sagen. Auf voller Lautstärke schafft es der Google Home einen kleinen Partyraum zum beben zu bringen. Bei zu hoher Lautstärke ist allerdings ein leichtes Rauschen zu vernehmen. Da der Google Home Multiroom-fähig ist, würde es sich für Personen mit Partykeller empfehlen, gleich zwei Stück aufzustellen. Kurzum, die Lautstärke geht vollkommen in Ordnung.

Funktionsumfang

Kommen wir nun zum Wichtigsten. Die Frage, was man mit dem Google Home so alles anstellen kann?

Und das wäre:

  • Fragen beantworten, z.B. Rechenaufgaben, Sprachübersetzungen, Wörterbuch, Sportergebnisse, Aktienkurse und die Bedeutung von Wörtern
  • Multimedia steuern, z.B. Musik abspielen, Netflix/ YouTube streamen und Tagesnachrichten vorgelesen bekommen
  • Smart Home-Geräte steuern, z.B. Licht, Thermostat und Steckdosen
  • Persönliche Sekretärin, z.B. Wecker/ Timer stellen und Einkaufsliste erstellen
  • Unterhalten werden, z.B. Witze sowie (Kurz-)Geschichte erzählen und Spiele spielen

Wie die entsprechenden Sprachbefehle lauten, im entsprechenden Artikel: Google Assistant Befehle

Stärken

Seine Stärken entfaltet der Google Home wenn es um die Themen Steuerung von Smart Home-Geräten via Sprachkommandos und dem beantworten von Fragen sowie dem Einholen von Informationen geht.

Geräte von (fast) allen großen Smart Home-Herstellern werden unterstützt. Darüberhinaus ist die Einrichtung mehr als einfach gehalten.

Was der Google Home wirklich draufhat, ist es Fragen zu beantworten. Und ich rede nicht von irgendwelchen Easter Egg Fragen oder Fragen nach Alter, Größe oder anderen Daten von bekannten Persönlichkeiten. Ich rede dabei von alltäglichen Fragen die aufkommen, wie etwa nach aktuellen Aktienkursen, der Kalorienanzahl von bestimmten Lebensmitteln, der Bedeutung (z.B. wollte ich wissen, was blanchieren ist) und der Übersetzung von Wörtern in anderen Sprachen.

Schwächen

Schwächen offenbart der Google Home hinsichtlich des derzeit noch beschränkten Funktionsumfangs. Es ist zum Beispiel nicht möglich Kalendereintragungen vorzunehmen, To-do-Listen oder gar Erinnerungen zu erstellen.

Auch zeigen sich noch starke Schwächen im Bereich der Integration mit anderen Diensten, sei es mit Spotify oder sogar dem hauseigenen Browser Chrome.

Fazit

Zu erst einmal, so schlau wie in der Werbung dargestellt ist der Google Assistant, samt Google Home bei weitem nicht. Die Sprachkommandos sind stur vorgegeben. Weicht man von diesen ab, kann es passieren, dass der Google Assistant einen nicht wirklich versteht. Auch ist der Funktionsumfang derzeit noch auf das wesentliche beschränkt.

Auch hatte ich im Vorfeld mehr von den verbauten Lautsprechern erwartet. Vom Bass her, habe ich nichts zu bemängeln. Jedoch fallen die Töne leider etwas stumpf aus.

Kommen wir nun zu der Frage, ob ich den Google Home weiterempfehlen würde. Ganz klar, ja würde ich. Und das aus folgenden zwei Gründen. Besitzer von Smart Home-Geräten können diese kinderleicht mit dem Google Home koppeln und anschließend via Sprachkommandos steuern. Das klappt hervorragend.

Und der andere Grund. Der Funktionsumfang erfährt stetig Erweiterung. Bereits in der zweiten Woche nach Erscheinen, hat der Google Home mehrere Neuerungen erfahren. Da wären; dass der Google Home Spotify Free unterstützt und das (Audio-) Streaming über Bluetooth ermöglicht wird.

Tipp: Wenn Du auf der Suche nach detaillierten Schritt-für-Schritt Anleitungen zum Google Assistant bist, ist die folgende Seite genau die richtige für Dich: https://smartundhome.de/google-assistant/